Heute nehmen wir dich mit in unsere Werkstatt und erlauben dir einen Blick hinter die Kulissen von Möbelphantasie. Denn bevor dein Tischlerkurs bei uns startet, passieren ganz schön viele Dinge.
Wer uns schon kennt, der weiß, dass es bei uns nichts von der Stange gibt. Wir kaufen unser Holz nicht einfach beim Holzhändler und legen dann am nächsten Tag im Kurs mit euch los. Wir legen größten Wert auf echtes nachhaltiges Handeln und kurze Wege. Also: was geschieht mit deinem Holz, bevor du es am Kurstag in den Händen hältst?
Regionalität ist uns wichtig bei der Auswahl des Holzes
Bei der Auswahl unseres Massivholzes legen wir großen Wert auf Regionalität. Deshalb arbeiten wir mit einem Sägewerker zusammen, der nur zwei Dörfer weiter ansässig ist. Er beschafft die Baumstämme selbst aus der Region, schneidet sie für uns in die benötigten Holzsortimente und liefert sie anschließend mit dem Traktor und Anhänger direkt zu unserer Werkstatt. Einige Baumstämme hat Dominikus sogar selbst mit einem mobilen Sägewerk eingeschnitten. Kürzere Wege und engere Kontakte sind kaum möglich.


Massivholz aus dem Bergischen Land
Sämtliche Massivhölzer, die wir verarbeiten, stammen aus dieser regionalen Beschaffung. Massivholz über Großhändler beziehen wir nicht oder nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn wir mal extra lange oder dicke Eichenbalken für ein individuelles Bett benötigen. Wir verzichten jedoch gezielt auf die Verarbeitung von Tropenhölzern o.ä., denn es gibt genügend tolle und langlebige Hölzer in unseren heimischen Wäldern.
Nach der Anlieferung wird das frisch geschnittene Holz zunächst auf unserem Hof gelagert. Da es zu diesem Zeitpunkt noch zu viel Feuchtigkeit enthält, ist eine direkte Verarbeitung nicht möglich. Die Dauer der Lagerung hängt von der Holzart und der Materialstärke ab. Dicke Eichenbohlen können beispielsweise zwei bis drei Jahre im Freien lagern, bevor sie weiterverarbeitet werden können.



Entscheidend ist die richtige Lagerung
Für die Qualität des Holzes ist die richtige Lagerung wichtig. Um diese zu gewährleisten, schichten wir das Holz sorgfältig auf und lagern es überdacht auf dem Hof. Gelegentlicher Regen ist unproblematisch, wichtig ist jedoch, dass das Holz anschließend schnell wieder trocknen kann. Zwischen den einzelnen Lagen befinden sich kleine Leisten, sodass die Luft das Holz von allen Seiten umströmen kann.


Zur Weiterverarbeitung muss das Holz trocken sein
Holz, das später für den Innenbereich und den Möbelbau verwendet wird, muss nach der Lufttrocknung zusätzlich maschinell getrocknet werden. Die natürliche Trocknung allein reicht nicht aus, da das Holz sonst noch zu viel Restfeuchtigkeit enthält. Würde daraus bereits ein Möbelstück gefertigt und in beheizte Innenräume gebracht, wird das Holz weiter trocknen und es könnte sich verziehen oder Trocknungsrisse entwickeln. Deshalb trocknen wir das Holz auf eine Restfeuchte von etwa acht bis zehn Prozent herunter.
Eine Ausnahme bildet unser Douglasienholz. Nach der Außenlagerung wird es direkt zugeschnitten und ausgehobelt. Dabei entstehen die langen Bretter, aus denen die Adirondack-Gartenstühle gefertigt werden.
Alle anderen Holzarten kommen in unseren Holztrockner. Gegebenenfalls müssen die Bretter zuvor noch mit der Kettensäge auf die passende Länge oder Breite zugeschnitten werden. Im Trocknungsprozess wird dem Holz kontrolliert Wärme zugeführt und es wird leicht bedampft. So wird die Holzfeuchte Schritt für Schritt reduziert. Zur Überwachung werden Messsonden in das Holz eingebracht, da jede Holzart ein individuelles Trocknungsprogramm benötigt.


Echte Schätze im Holzlager bei Möbelphantasie
Nach der technischen Trocknung sortieren wir das Holz in unserem innenliegenden Lager ein. Dort steht es jederzeit für die Verarbeitung bereit. Durch die erreichte Holzfeuchte bleibt das Material weitgehend formstabil und eignet sich optimal für den Möbelbau im Innenbereich. Wie du Massivholz fachgerecht verwendest, lernst du z.B. in der Kleinen Schreinerausbildung.
Ein weiterer Vorteil der maschinellen Trocknung besteht darin, dass eventuell vorhandene Schädlinge, die sich beispielsweise unter der Rinde befinden, durch die hohen Temperaturen zuverlässig abgetötet werden.
Kunden die ihr eigenes Projekt in einem Individualkurs bauen, suchen sich im Holzlager genau die Holzart und die Bohlen aus, die sie ansprechen. So entstehen einzigartige Tischplatten, Regale, Beistelltische und vieles mehr. Unser umfangreiches Holzlager hält hier einiges für dich bereit: von regionalem Eichenholz, Esche, Buche oder Nussbaum über wunderschön gewachsene Obsthölzer bis hin zu Fichte oder Douglasie. Für jeden Geschmack und jedes Projekt ist etwas dabei.
Regionalität und Verantwortung als Leitgedanke
Du siehst, es steckt viel Arbeit und Leidenschaft in unseren Hölzern. Aber das ist es, was uns ausmacht und wofür wir mit voller Überzeugung stehen: Bewusstsein schaffen für Regionalität und Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit dem Rohstoff Holz.
